6. Widerstandsthermometer - Meßkreis
Bei der Temperaturmessung mittels
Widerstandsthermometern werden Meßwiderstände verwendet, bei denen die
Temperaturabhängigkeit des Widerstandes bekannt und in Normen festgelegt ist. In
der industriellen Meßtechnik werden überwiegend Platin-Widerstände (in deutlich
geringerem Umfang auch Nickel-Widerstände) eingesetzt, deren elektrischer
Widerstandswert aufgrund des positiven Temperaturkoeffizienten mit steigender
Temperatur zunimmt. Im Gegensatz zum spannungserzeugenden Thermoelement liefert
ein Widerstand von sich aus keine elektrische Energie, so daß (Fremd-) Energie
durch einen elektrischen Meßkreis zugeführt werden muß. Dies geschieht zumeist
mit einer Konstantstromquelle, die am Meßwiderstand einen Spannungsabfall
erzeugt, der proportional zum Widerstand
ist.
6.1 Prinzipschaltbilder
Das Bild 4 zeigt : Die möglichen Anschlußtechniken für
Widerstandsthermometer

|
|

|
| |
|
|
2 - Leiter - Schaltung |
|
2 - Leiter - Schaltung mit Schleife |
| |
|
|

|
|


|
| |
|
|
|
3 - Leiter - Schaltung |
|
4 - Leiter - Schaltung |
| |
|
|
|
a. Meßwiderstand b. Innenleiter (Innenleitung) : Verbindung
zwischen Meßwiderstand und Anschlußstelle c. Anschlußstelle :
Verbindungsstelle von Innenleitern und Anschlußleitung d
.Anschlußleitung (Kupferleitung) : Verbindung zw. Widerstandstherm. und
Meßgerät e. Meßgerät mit Konstantstromquelle : Messung des Spannungsabfalls (U, U1,
U2) über dem von einem Konstantstrom durchflossenen
Meßwiderstand.
|
6.2 Anschlußtechniken:
In Bild 4 sind die möglichen Anschluß bzw. Schaltungstechniken
von Widerstandsthermometern dargestellt. Es wird dabei in Zwei-,
Drei- und Vierleiterschaltung unterschieden. Bei der Zweileiterschaltung ist
der Meßwiderstand durch eine zweiadrige Leitung mit dem Meßgerät verbunden. Die
vorhandenen Zuleitungswiderstände, die mit dem Meßwiderstand in Reihe geschaltet
sind, verursachen einen höheren Gesamtwiderstand und damit einen zum Teil
erheblichen Meßfehler. Aus diesem Grund ist hier auch ein (Leitungs-) Abgleich
erforderlich. Da die Zuleitungswiderstände sich darüber hinaus temperaturabhängig
verändern, ist die Zweileiterschaltung nur für einfache Messungen
geeignet. Die Zweileiterschaltung mit Schleife stellt eine
Schaltungsvariante der einfachen Zweileiterschaltung dar. Unter der
Voraussetzung, daß alle vier Zuleitungen die gleichen Eigenschaften besitzen und
den gleichen Temperaturen ausgesetzt sind, können die Zuleitungswiderstände
unter Betriebsbedingungen über die Schleife gemessen und entsprechend
kompensiert werden. Anstelle dieser Schaltungsvariante wird heute jedoch in der
industriellen Meßtechnik fast ausschließlich die nachfolgend beschriebene
Dreileiterschaltung verwendet. Bei der Dreileiterschaltung wird von einem
Anschlußkontakt des Meßwiderstandes eine zusätzliche Leitung zum Meßgerät
geführt, so daß sich zwei Messkreise ergeben. Unter der Voraussetzung , daß die
Widerstände aller drei Zuleitungen gleich sind, wird der Einfluß des
Leitungswiderstandes bei den heute üblichen Meßgeräten mit Dreileiter-Eingang
durch eine entsprechende interne Schaltungstechnik kompensiert. Ein
Leitungsabgleich ist hier nicht erforderlich. Bei der Vierleiterschaltung werden
die Leitungswiderstände der vier Zuleitungen auch dann noch kompensiert, wenn
sie unterschiedlich sind. Hierbei wird der Spannungsabfall "U" über dem von
einem Konstantstrom durchflossenen Meßwiderstand hochohmig über zwei
Meßleitungen abgegriffen. Unter der Voraussetzung, daß der Eingangs-bzw.
Innenwiderstand des (Spannungs-) Meßgerätes ein Vielfaches des
Leitungswiderstandes beträgt, tritt kein nennenswerter Meßfehler auf. Aus diesem
Grunde wird die Vierleiterschaltung bei Temperaturmessungen verwendet, die eine
besonders hohe Meßgenauigkeit erfordern.
weiter zu
Kapitel 7
(Aufbau von
Widerstandsthermometern) |