8. Verbindungsleitungen
Bei Widerstandsthermometern wird für die elektrische Verbindung zum
nachgeschalteten Meßgerät zumeist eine handelsübliche Kupferleitung (wenn
möglich mit einem Querschnitt von 1,5 qmm) eingesetzt. Die Verbindung zwischen
einem (Mantel-) Thermoelement und dem Meßgerät bzw. der Vergleichsstelle darf
nur mit einer dem Thermopaar entsprechenden Ausgleichs- oder Thermoleitung
(siehe hierzu auch Kapitel 9) hergestellt werden. Es ist darauf zu achten, dass
diese Leitungen in der richtigen Polarität angeschlossen werden. Die oben
genannten Verbindungsleitungen sind als Litzenleiter und als Massivleiter mit
verschiedenen Isolierungen (z.B. PVC, Silicon, PTFE, FEP und Glasseide) sowie
ggf. mit zusätzlicher Armierung (Drahtgeflechte) und Abschirmung erhältlich. Bei
der Auswahl und Verlegung der Verbindungsleitungen sollte immer darauf geachtet
werden, daß :
- die verwendeten Isolationswerkstoffe gegen die am
Einsatzort auftretenden thermischen, mechanischen und chemischen
Beanspruchungen beständig sind.
- alle Leitungen an den Verbindungsstellen metallisch
blank sowie frei von Korrosion, Feuchte, Schmutz und Wackelkontakten sind, um
die Übergangswiderstände dadurch vernachlässigbar klein zu halten.
- alle Leitungen mehr als 0,6 m entfernt von parallel
laufenden Energieleitungen oder rechtwinklig zu den Energie-Leitungen verlegt
sind, damit das zu übertragende Meßsignal nicht durch elektromagnetische
Störungen verfälscht wird. Diese Art von Störungen können auch durch Leitungen
mit statischer Abschirmung (Folie oder Drahtgeflecht) und paarig verseilten
Adern vermieden bzw. reduziert werden.
- die Verbindungsstellen aller Adern den gleichen Temperaturen unterliegen,
um keine parasitären Thermospannungen durch Bildung von Zwischenelementen zu
erzeugen. Alle Verbindungsleitungen sollten regelmäßig auf ihre mechanische
und elektrische Unversehrtheit hin überprüft
werden.
8.1 Mantel-Leitungen
Für extreme Einsatzbedingungen (wie z.B. Einsatztemperatur 500°C oder höher,
radioaktiver Strahlung, hohe mechanische Beanspruchung usw.) , bei denen übliche
Verbindungsleitungen nicht mehr verwendbar sind, können mineralisolierte
Mantel-Leitungen eingesetzt werden. Sie bestehen aus einem hitze- und
korrosionsbeständigem Metallrohr (Mantelrohr), in dem bis zu 8 Innenleiter
allseitig mit hochverdichtetem, mineralischen Isolierpulver umgeben sind. Als
Innenleiter werden Kupferdrähte (für Widerstandsthermometer) oder Thermodrähte
(für Thermoelemente) verwendet. Mantel-Leitungen werden nach speziellen
Verfahren hergestellt, indem der gesamte Werkstoffverbund (Mantelrohr, Isolation
und Innenleiter) durch geeignete Verformungsschritte von einem Außendurchmesser
von ca. 15 bis 25 mm auf den gewünschten Enddurchmesser (0,25 bis 15 mm) gezogen
und dabei ringförmig aufgewickelt wird. Diese Leitungen werden auch für die
Herstellung von Mantel-Thermoelementen und Mantel-Widerstandsthermometern
verwendet. Die Mantel-Leitungen könne ohne Beeinträchtigung der technischen
Eigenschaften gebogen werden, wobei der Biegeradius größer sein sollte als der 5
fache Außendurchmesser der Mantel-Leitung. Sie lassen sich auch problemlos
spiralig wickeln und können somit als "elastische" Leitungen dienen. Da die
mineralische Isolierung durch Aufnahme (Absorption) von Feuchtigkeit aus der
Luft ihren elektrischen Widerstand beträchtlich vermindert, müssen die
Leitungsenden bei der Lagerung mit einer Vergußmasse feuchtigkeitsdicht
verschlossen sein und dürfen bei der Verarbeitung nicht längere Zeit ungeschützt
sein.
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Kapitel 9
(Ausgleichs- und Thermoleitungen)
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